Mittwoch, 20.06.2018 05:55 Uhr

Schreibgeräte als Statussymbole im Management

Verantwortlicher Autor: Prof. Dr. Richard ., Streich Paderborn, 12.06.2018, 20:06 Uhr
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Paderborn [ENA] Richtet man bei Managern den Blick auf das Kommunikations- und Dokumentationsverhalten und sichtbare Statussymbole, so differenzieren sich die Teilnehmer in prägnante Managertypen unter anderem durch eine typengerechte Kleidung und durch die typbezogen eingesetzten Schreibutensilien. Bei hochrangigen Management-Tagungen fallen die eingesetzten Dokumentationsmittel jenseits des „Mainstreams“ auf.

In einer tiefer gehenden Betrachtung lassen sich – mit einem gewissen Augenzwinkern - die Teilnehmer durch bestimmte Verhaltensauffälligkeiten verschiedenen „Schreib- und Manager-Typen“ zuordnen. Der Expertentyp sieht sich in einer Diskussionsrunde vielfach als Einzelkämpfer, strebt nach Rationalität und ist getrieben von Logik und Effizienz bei Sachfragen. Er bzw. sie ist nur dann im Meeting interessiert, wenn fachliches Know-How gefragt ist. Persönliche Aspekte sind eher nachrangig. Der Kleidungsstil ist durch eine gewisse Biederkeit gekennzeichnet. Ebenso hält es der Experte mit seinen Schreibgeräten. Funktionalität geht vor Individualität, Massenware vor Sondereditionen.

Ist der Experte eher fachlich orientiert, sieht sich der Stratege dem großen Ganzen verpflichtet und versteht sich als eine Art Change-Manager im Unternehmensgeschehen. In Meetings brilliert er durch Zukunftsentwürfe unter „zwanghafter“ Einbeziehung der weiterhin Beteiligten. Der Kleidungsstil ist „Managerlike“, sowohl bei „Ihr“ als auch bei „ihm“. Die in Frage kommenden Schreibgeräte müssen statusgemäß und langlebig sein, damit sie gemeinsam mit ihm alt werden können. Das Meisterstück von „Montblanc“ lässt grüßen. Konflikte innerhalb von Meetings sind für den Diplomaten ein Gräuel, besonders dann, wenn sie offen zu Tage treten. Sein Ziel ist es immer dazuzugehören.

Hierfür befolgt er bzw. sie die etablierten Gruppennormen und vermeidet jeglichen Ärger. Der Kleidungsstil ist je nach Situation angepasst, ebenso wie die verwendeten Schreibgeräte, die je Meeting variieren, wobei die Marke „Diplomat“ hervorsticht. Zu nennen ist weiterhin der Typ Perfektionist“. Er bzw. sie ist traditionell gekleidet und hält innerhalb des Tagungsgeschehens alle sinnvollen und sinnlosen Vorgaben ein, kennt den Ablauf genau und neigt zum Detail. Dies führt zwangsläufig dazu, dass alle wichtigen und unwichtigen Tagungsinhalte mitgeschrieben werden. Aufgrund der damit verbundenen Schreibfrequenz arbeiten solche Typen natürlich mit einem Rollerball oder Kugelschreiber eines zuverlässigen Herstellers.

Selbstverständlich ist es für diesen Risikovermeider, dass falls die die Mine leer ist, stets mindestens ein weiteres Schreibgerät in Reserve vorhanden ist. Im Gegensatz zum Perfektionisten fällt der Typ „Kreativer“ besonders auf. Er bzw. sie springt zwischen den angebotenen Tagungsabschnitten hin und her, stellt innerhalb der diversen Diskussionsrunden originelle Fragen, teilweise gepaart mit einem Mangel an Realitäts- und Praxisbezogenheit. Ist der „Perfektionist“ eher konservativ, also im „old fashion style“ gekleidet, fallt der kreative Typ durch einen farbenfrohen Mix von Jackett, Hemd und Hose auf. Die „Kreative“ präsentiert sich gerne in buntem Kleid mit passendem Schal.

Als Schreibgerät bevorzugen beide in der Regel einen Vier-Farben-Stift einer „In“-Marke. Sie fühlen sich sowieso eher wohl, wenn sie malen statt mitschreiben. Während beispielsweise der „Perfektionist“ eher das Kleine im Großen sucht und der „Kreative“ das Große im Kleinen zu erkennen meint, ist der Typ: „Macher“ stärker zweck- und handlungsorientiert. Im Tagungsgeschehen fällt diese Spezies dadurch auf, dass sie lieber schreiben lässt und sich schnell und intensiv in Diskussionen mit den anderen Teilnehmern und den Referenten bzw. Referentinnen profiliert. Aufgrund dieser Hyperaktivität meinen die restlichen Teilnehmer nicht selten, dass die „Macher“ als Co-Referenten von der Veranstaltungsleitung engagiert worden seien.

Dieser Eindruck verstärkt sich noch durch die Kleidung, die nicht selten – sowohl bei Männern als auch bei Frauen – deckungsgleich ist mit den Key-Speakern. Die Dokumentation ihrer wenigen, vermeintlich wichtigen Gedanken notieren sie in einer edlen Lederkladde mit einem ebenso edlen Schreibgerät, wobei stilgerecht ein stylischer „Fountain Pen“ im Vordergrund steht. Es ist sicherlich kein Geheimnis zu erwähnen, dass diese und weitere Schreib- und Managertypen nach detaillierten Zielgruppenanalysen von Herstellerseite aus mit typenspezifischen Werbebotschaften, insbesondere in Printmedien, auf typengerechten Konsum gelenkt werden. Ratsam ist es, letztlich sich selber eine Meinung über die Schreibgewohnheiten und -utensilien zu bilden.

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